Spirituosen - Renaissance eines Trends

Wasser, Wacholder, Zuckerrohr oder Getreide - aus diesen Zutaten entstehen nach einem oder mehreren Destillationsprozessen die drei Trenddrinks der Stunde, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Gin, Rum und Whisky. Doch was steckt sonst noch hinter den Getränken mit Schuss? Eine kleine Warenkunde!

 

Von "Cin Cin" zu "Gin, Gin"!

Rum: Die Entwicklung eines Seemannstrunks

Whisky: Gälisches Lebenswasser, das die Welt eroberte

 

 

 

 

Von "Cin Cin" zu "Gin, Gin"!

Er ist im wahrsten Sinne des Wortes derzeit in aller Munde: Gin. Das mit Wachholder versetzte Destillat ist in den vergangenen Jahren zum beliebten Kultgetränk avanciert.

Der Wacholder ist der Namensstifter des Gins: Die Niederländer waren es, die als Erste eine mit Wachholder versetzte Spirituose herstellten - ihr Name: "Jenever", abgewandelt vom lateinischen Namen des Zypressengewächses.

1689, als ihr Landsmann Wilhelm III. von Oranien-Nassau den englischen Thron besteigt nimmt er seinen Jenever mit auf die Insel, auf der die bekehrten Untertanen alsbald ihren Gin selber herstellen.

Für die Produktion von Gin darf nach EU-Verordnung ausschließlich Ethylalkohol aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen verwendet werden. Dies ist in den meisten Fällen Getreide.

Die Aromatisierung des Gins erfolgt mit sogenannten Botanicals während der Destillation. Diese Aromen können neben Wachholder auch Orange, Zitrone, Kümmel oder Muskat sein.

Die meisten Ginsorten werden mit 6-10 Geschmacksstoffen angereichert, allerdings gibt es hier keine Grenzen. Deutschlands Spitzenreiter ist der Schwarzwälder "Monkey 47". Er enthält sage und schreibe 47 Botanicals.

Rum: Die Entwicklung eines Seemannstrunks

"Jo ho ho und 'ne Buddel voll Rum": Was einst gut gehüteter Schatz der Piraten und Seemänner war, ist heute in jeder Bar in unzähligen Variationen vorhanden. Aus dem Feuerwasser ist längst flüssiges Gold geworden.

18, 21 oder 30 Jahre - den Unterschied macht die Reifezeit. Weißer Rum ist ungelagert, und hat etwas mehr Schärfe. Brauner, gelagerter Rum hat einen aromatischeren Geschmack, der von der längeren Lagerung herrührt.

Am Anfang eines jeden Rums ist das Zuckerrohr: Vereinfacht kann man sagen, dass bei der Rumherstellung Zucker aus dem Rohr fermentiert wird. Der dabei entstandene Alkohol wird über einen Destillations-Prozess konzentriert und reift anschließend in Eichenfässern.

Seine Anfänge nahm der Rum etwa im 16. Jahrhundert, als die Zuckerproduktion boomte. Mischte man das dabei entstandene Abfallprodukt Melasse mit Wasser, entstand nach einer Gärung eine Art Zuckerwein. Mit der Zeit wurde aus dem Zuckerwein ein Brand.

Heute gibt es verschiedene Methoden zur Herstellung von Rum: Zum einen wird aus dem Zuckerrohr zuerst Zucker und danach Rum aus Melasse hergestellt, oder es wird Rhum Agricole direkt aus frischem Zuckerrohrsaft destilliert.

Doch egal welcher Rohstoff verwendet wird, entscheidend für die Qualität ist beim braunen Rum das Fass, aus dem er kommt. Nur Holz hinterlässt die Aromaspuren im Rum, die ihn immer mehr zum puren Genuss ins Nosing Glas locken.

Whisky: Gälisches Lebenswasser, das die Welt eroberte

Bis heute scheiden sich darüber die Geister, ob der Ursprung des Whiskys in Irland oder in Schottland liegt. Der in aller Welt verwendete Name des Destillats stammt aus dem Gälischen: "Usquebaugh" wurden die ersten klaren Hochprozenter genannt - "Lebenswasser", mit dem christliche Mönche im 5. Jahrhundert das Land der Kelten missionierten.
 

  • Scotch Whisky: Whisky aus Schottland wird nach vier Regionen unterschieden: Highlands, Speyside, Islay und Lowlands. Die verschiedenen Geschmacksausprägungen gehen hauptsächlich auf die Menge und die Qualität des Torfes zurück, der beim Trocknen der Gerste verwendet wird.
     
  • Irish Whisky: In Irland wird die Gerste beim Mälzen ausschließlich über Kohlefeuer getrocknet, was dem Irish Whisky eine besondere Note gibt. Auch heute noch werden für manche Whiskys gemälzte Gerste und ganze Gerstenkörner verwendet. Auch Korn-Mischungen sind erlaubt.
     
    Prinzipiell werden nur drei unterschiedliche Fasstypen für die Lagerung verwendet: ausschließlich Sherry-, Bourbon-, und Rumfässer geben dem irischen Whisky den entscheidenden Geschmack. Vorgeschrieben ist in Irland eine Lagerung von mindestens drei Jahren.
     
  • Whisky aus den USA: Bourbon ist sicherlich der bekannteste der vier in den Vereinigten Staaten hergestellten Whiskysorten. Der als Grundlage verwendete Mais (mindestens 51%) gibt ihm seine süßliche Note. Beim "Corn-Whisky" handelt es sich um ein aus 100% Mais hergestelltes Destillat.
     
    Setzt sich die Kornmischung aus über 50% Roggen zusammen, darf er sich Rye Whisky nennen. Die vierte Whiskysorte, Tennessee Whisky, hat mit "Jack Daniels" einen der berühmtesten Vertreter der Whisky-Welt.
     
    Die Herstellung gleicht im Wesentlichen der des Bourbon, beim Tennessee wird der destillierte Alkohol allerdings noch durch eine drei Meter dicke Schicht aus Holzkohle gefiltert.