Gin: Region ist Trumpf

Nach mir die Ginflut: Kaum ein hochprozentiges Getränk hat in den letzten Jahren einen solchen Image-Wandel hinter sich wie der Gin. Doch ein guter Wachholdertropfen muss längst nicht mehr aus Großbritannien kommen - die deutsche Gin-Industrie boomt. Woher dieser Trend kommt, wie deutsche Manufakturen mit regionalen Botanicals punkten ...

 

London Dry Gin - aus Deutschland

Die richtige Würze: Regionale Botanicals

Das ultimative G&T-Rezept

London Dry Gin - aus Deutschland

Gin muss schon lange nicht mehr aus Great Britain kommen: Die Klassifizierung "London Dry Gin" lässt das zwar anmuten, aber es handelt sich dabei um keine Herkunftsbezeichnung, sondern um eine bestimmte Art der Destillation.

Von Aachen bis Dresden, von Hamburg bis zum Bodensee gibt es mittlerweile ambitionierte Brennereien, die den Gin hierzulande wieder salonfähig machen.

Die wenigsten von ihnen sind große Produzenten - meist sind es kleine Manufakturen und Start-ups die mit neuen, regiontypischen Aromen und Kreativität den internationalen Markt aufwirbeln.

Doch woher kommt der plötzliche Hype um den Wachholderschnaps? Hat der allgemeine Retro-Trend uns den Gin zurück an die Bartresen gebracht - in zahlreichen Variationen?

Fakt ist, dass der Gin eindeutig den Vodka als Trendgetränk abgelöst hat. Dem Gin-Trend folgt nun auch ein regelrechter Tonic-Trend, denn die perfekte Kombination will bis in die feinsten Geschmacksknospen ausgekostet werden.

Die richtige Würze: Regionale Botanicals

Sie heißen "Monkey 47" und kommen aus dem Schwarzwald, "The Duke" und "Feel!" aus München, "Kyle’s Club Gin" aus Kiel oder "Adler Gin" aus der Hauptstadt. So unterschiedlich wie ihre Heimatstädte und ihre Namen ist auch ihr Geschmack.

Diese Gins entstehen größtenteils in kleinen Manufakturen. Der Clue, der jeden einzelnen Wachholdertropfen so besonders macht: Botanicals, also Aromastoffe, die typisch für ihre Region sind.

"Monkey 47", der wohl bekannteste Gin "Made in Germany" kommt aus dem Schwarzwald. Gebrannt wird er in einer alten Mühle in Loßburg. Es ist ein hochkomplexer Gin aus 47 Botanicals - darunter eine Vielzahl Schwarzwälder Kräuter, Fichtensprossen und Brombeerblätter.

Die Bayern vertrauen im Gegensatz dazu lieber auf Bieraromen: Den Münchner Gin "The Duke" verfeinern zum Beispiel die Botanicals Malz und Hopfenblüten.

Der Hamburger "Gin Sul" wird mit Wasser aus der Lüneburger Heide verfeinert. "Ferdinand's Saar Dry Gin" dienen handgelesene Rieslingtrauben zur Infundierung - eine Anlehnung an den Weinanbau im Saarland.

Das ultimative G&T-Rezept

Ein Afternoon-Tea ohne Gin Tonic war schon für Queen Mum unvorstellbar: Die verstorbene britische Monarchin trank ihren London Dry Gin am liebsten mit der chininversetzten Limonade. Viele vermuten darin das Geheimnis ihres hohen Alters - die Königinmutter verstarb 2002 im Alter von 101 Jahren.

Doch was macht den perfekten Gin Tonic aus? Das Mischverhältnis variiert nach persönlichem Geschmack von 1:1 bis zu 1:4 Gin zu Tonic Water. Wichtig beim Gin Tonic ist ausreichend Eis. Das darf dabei gerne noch extrem kühl sein, damit nicht zu schnell Tauwasser entsteht.

Man benötigt also:

  • 4-6 cl Gin nach Wahl
  • Tonic Water
  • Eis

 
Gurke oder Zitrone? Nicht in jeden G&T gehört die Gurke: Nur zu einigen Gin-Sorten, wie zum Beispiel "Hendrick's", passt sie.  Alle anderen Gins lieber mit einer Scheibe Zitrone oder Limette kombinieren.