Fleischkonsum: Weniger aber besser

Der Richtwert von Fleischkonsum liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei ein bis zwei Mal die Woche. Es gilt: Weniger Fleisch essen, dafür aber mehr auf Qualität und Herkunft achten. Das ist gut für Gesundheit und Umwelt. Warum? Erfahren Sie mehr darüber und lassen Sie sich inspirieren.

Wie gesund ist Fleisch eigentlich?

Qualität vor Quantität

Trendbewegung: Crowdbutchering

Wie gesund ist Fleisch eigentlich?

In Deutschland haben Fleisch und Wurstwaren das ganze Jahr über Hochkonjunktur. Pro Woche verzehrt jeder Bundesbürger über ein Kilogramm Fleisch. Das ist allerdings fast doppelt so viel, wie Ernährungsexperten empfehlen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine vollwertige und abwechslungsreiche Ernährungsform, die einen Fleischverzehr von 300 bis 600 Gramm pro Woche nicht überschreitet. Fleisch liefert dem Körper wichtige Nährstoffe wie Eisen, Selen, Zink und Eiweiß sowie bedeutsame A- und B- Vitamine. Auch können die Nährstoffe aus tierischen Lebensmitteln vom Körper leichter verarbeitet werden als aus rein pflanzlichen.

Fleisch und insbesondere fettige Wurstwaren enthalten aber auch ungünstige Inhaltsstoffe, die bei einem übermäßigen Verzehr Ihrer Gesundheit schaden können. Tierisches Eiweiß enthält viel Cholesterin, Fett und Purine. Konsumiert man davon regelmäßig größere Mengen, steigt unter anderem das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie entzündlich-rheumatische Erkrankungen.

Und dennoch müssen Sie nicht zum Vegetarier werden, um gesund zu leben. Achten Sie auf Herkunft, Qualität und Menge, dann steht dem Genuss nichts im Weg.

Qualität vor Quantität

Abgesehen von den gesundheitlichen Risiken, wachsen moralische Bedenken, die dem Verzehr von Fleisch einen faden Beigeschmack geben. Die Skandale um minderwertige Ware und falsch etikettierte Produkte in den vergangenen Jahren verunsichern auch den größten Genießer. Kein Wunder also, dass der Trend vom täglichem Konsum weggeht, dafür aber außergewöhnliche Sorten in den Vordergrund rücken. 

Dennoch kann sich nicht jeder Verbraucher immer Lebensmittel in Bio-Qualität leisten. Vor allem beim Fleisch sind die Preisunterschiede eklatant - artgerechte Haltung hat ihren Preis. Drei Hauptkriterien liefern Hinweise auf Qualität und Frische: Farbe, Konsistenz und Geruch.

  • Am einfachsten ist die Farbe einzuschätzen. Lassen Sie sich allerdings nicht durch das in Kühltheken häufig angebrachte Rotlicht täuschen: Schweinefleisch sollte rosa, Rindfleisch dunkelrot, Lammfleisch hellrot bis rot, Geflügel hell und Wild rötlich bis fast dunkelbraun sein.

  • Bei der Konsistenz sollte das Fleisch auf Druck mit dem Finger nicht stark nachgeben und schnell wieder seine ursprüngliche Form annehmen.

  • Nehmen Sie Abstand vom Kauf, wenn das Fleisch sauer oder süßlich riecht. Steht bei abgepacktem Fleisch viel Flüssigkeit in der Schale, ist dies ebenfalls ein Zeichen für schlechte Qualität. Generell sollte das Mindesthaltbarkeitsdatum möglichst weit vom Tag des Einkaufs entfernt sein.

Des Weiteren raten wir Ihnen zu Folgendem:

  • Suchen Sie sich Ihren Metzger des Vertrauens: Denn er kann Ihnen alles zum Produkt sagen und Sie passend beraten.

  • Nicht nur international gibt es besondere Schmankerl, auch regional finden Sie eine reiche Vielfalt.

  • Bio-Fleisch von Bio-Verbänden: Die Tierhaltungskriterien von Anbauverbänden wie Bioland, Demeter oder Naturland sind noch strenger als beim EU-Bio-Siegel.

Trendbewegung: Crowdbutchering

Gerade in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit werden viele kreative und teils auch sehr außergewöhnliche Konzepte entwickelt. Das Stichwort der Stunde ist Crowdbutchering (zu Deutsch "Gruppen-Schlachtung"). Hinter diesem makabren Begriff steckt die Idee, das Fleisch einer Kuh oder eines Schweins unter mehreren Bestellern aufzuteilen. 

Es wird erst geschlachtet, wenn die ganze Kuh verkauft ist. Bisher gibt es in Deutschland zwei Anbieter, die diesen Service über eigene Websites anbieten: www.kaufnekuh.de oder www.geteiltes-fleisch.de. Zusätzlich achten die Anbieter darauf, dass die Kühe artgerecht gehalten werden und von kleinen, regionalen Betrieben kommen.

Des Weiteren ist auf beiden Plattformen die Fütterung mit gentechnisch verändertem Futtermittel, die Verabreichung von Wirkstoffen zur Wachstums- oder Leistungsförderung sowie die präventive Gabe von Antibiotika verboten.